Flüchtlingshelferkreis Seestermühe/Seester: 83 Menschen in zehn Jahren ehrenamtlich begleitet
83 Menschen aus neun Nationen hat der Flüchtlingshelferkreis aus Seestermühe und Seester in den vergangenen zehn Jahren begleitet. Eine beeindruckende Zahl angesichts der Tatsache, dass dieses Engagement ausschließlich auf ehrenamtlichen Schultern beruht.
„Die Aussage „Wir schaffen das“ unserer damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf die 2015 herrschende Flüchtlingskrise hat auch in der Seestermüher Marsch Euphorie ausgelöst. Schon zum ersten Treffen des Helferkreises kamen 40 interessierte Menschen aus den Gemeinden zusammen. Rund die Hälfte davon engagiert sich aktiv, andere unterstützen auf ganz unterschiedliche Art und Weise“, erläutert Bettina Feddersen, damals Pastorin in Seester und mittlerweile im Ruhestand, die die Flüchtlingshilfe unter dem Dach der Kirchengemeinde federführend mit aufgebaut hat. Aus Afghanistan, Armenien, dem Irak, dem Iran, Litauen, Russland, Syrien, der Türkei und der Ukraine kamen die Geflüchteten – darunter 14 Familien, zwei Paare und 13 Einzelpersonen, die in Seester oder Seestermühe untergebracht waren und teilweise auch heute noch sind. „Viele ziehen nach einer Weile wieder fort – vor allem, weil die Anbindung an die umliegenden Städte ohne Auto doch recht schwierig ist“, musste Feddersen in den letzten zehn Jahren feststellen. Andere sind geblieben – auch dank des Einsatzes der Flüchtlingshelfer.
Diese begleiten bei Behördengängen, teilweise bis nach Berlin, und Arztbesuchen, dolmetschen, vermitteln Kita- und Schulplätze, helfen bei den Hausaufgaben und dem Erlernen der deutschen Sprache, geben Nachhilfe, sind Ansprechpartner für die Lehrkräfte und stellen Kontakte zu den örtlichen Vereinen her und vermitteln Arbeit. Eine Kleiderkammer wurde zwischenzeitlich betrieben und nach Bedarf Dinge wie Fahrräder oder Hausrat organisiert und repariert. „Aber auch bei häuslicher Gewalt und drohender Abschiebung haben wir schon helfend zur Seite gestanden“, ergänzt die Initiatorin. Auf der anderen Seite haben Gespräche, Besuche und gemeinsame Feste einen wichtigen Beitrag zur Integration geleistet.
Und wenngleich die Zahl an Flüchtlingen, die ins Land und damit auch in die Seestermüher Marsch kommen aktuell abnimmt: Der Helferkreis in Seestermühe und Seester steht auch zehn Jahre nach seiner Gründung mit Rat und Tat, viel Herzblut und persönlichem Engagement seiner Aktiven an der Seite derer, die Unterstützung benötigen.